Querverteilung Düngerstreuer

25. Juli 2017

Die Querverteilung vom Düngerstreuer richtig einstellen am Beispiel eines Rauch Axis 30.1 / 50.1 EMC Düngerstreuers

Einleitung

Insbesondere für Stickstoffdünger wie Harnstoff, Diammonphosphat (DAP) oder Kalkammonsalpeter (KAS) sind die Einstellungen zur Querverteilung des Düngerstreuers sehr wichtig. Die Folgen eines falsch eingestellten Schleuderstreuers erkennt man beim Begutachten eines Getreidebestandes erst bei Abweichungen der Düngermenge von mehr als 20%. Helle und dunkle Streifen wechseln sich im regelmäßigen Turnus ab. Meist reicht auch ein stärkeres Einkürzen des Bestandes nicht mehr aus, um Lagergetreide zu vermeiden. Ist die Fahrspur dunkler, bzw. kippt der Weizen in der Fahrspur um, ist der Dünger nicht weit genug geflogen. Häufig schmeißt der Düngerstreuer auch zu viel in den Überlappungsbereich und ist schuld an Lagergetreide mittig zwischen den Fahrgassen.

Querverteilung Düngerstreuer falsch eingestellt

Die richtigen “Einstell-Hilfswerte” vom Rauch Axis 30.1 / 50.1 Düngerstreuer findest Du passend zu quasi allen Düngemitteln auf der Homepage des Herstellers (Rauch Streutabellen). Auch in der App des Herstellers kannst Du die Werte zum einstellen abrufen. Arbeitsbreite, Art der Wurfscheibe, Drehzahl und Aufgabepunkt (AGP) sind die Parameter, die für die Querverteilung des Schleuderstreuers relevant sind. Dass die Werte passend zur Arbeitbreite und der Wurfscheibe eingestellt werden, sollte selbstverständlich sein. Mit der Drehzahl und dem Aufgabepunkt können wir spielen um die Einstellung zu optimieren.

Aufklappen und weiterlesen über das Einstellen des Schleuderstreuers:

Höhe und Neigung ausrichten beim Schleuderstreuer

Als erstes solltest Du wert auf die korrekte Anbausituation des Düngerstreuers legen. Die Streuscheiben des Rauch Axis 30.1 / 50.1 sollten 50 cm über den Bestand geführt werden (+/- 10 cm machen dabei nicht viel aus.) Stelle den Düngerstreuer möglichst waagerecht ein (sowohl die Neigung nach vorne oder hinten, wie auch die gleichmäßige Höhe des rechten bzw. linken Unterlenkers). Hebe den Streuer hinten lieber leicht an, als dass er hinten herunter hängt.

Prüfschalen aufstellen

Sobald Du eine neue Dünger-Charge anfängst, solltest Du Dir 10-30 min Zeit nehmen, um die “Einstell-Hilfswerte” zu überprüfen, bzw. anzupassen. Nach dem anpassen solltest Du die neuen Einstellungen natürlich erneut überprüfen. Zum Transport kannst du einfach etwas Platz im Streuer lassen und die Prüfschalen nach dem Befüllen auf den Düngerstreuer legen, um sie dann im Feld zu platzieren.

Zum Aufstellen der Prüfschalen bieten sich meiner Meinung nach zwei Varianten besonders an:

    1. Du möchtest den Düngerstreuer schon auf dem Vorgewende einstellen? Oder Du bist der Meinung, dass die Einstellwerte überhaupt nicht passen und Du auf einer möglichst kurzen Strecke den Düngerstreuer einstellen möchtest? Dann benötigst du 3 Prüfschalen. Eine Prüfschale stellst Du direkt neben die Fahrgasse und eine Schale jeweils möglichst mittig zwischen den Fahrgassen im Überlappungsbereich auf (rechts und links von der aktuellen Fahrgasse). Dann fährst Du ca. 50 m, bis das Streubild die Schalen verlassen hat. Wenn Du die 2 Schalen aus den Überlappungsbereichen zusammen kippst, simuliert das eine Hin und Rückfahrt. Der Inhalt sollte dann genau so viel sein wie bei der einen Schale die direkt neben der Fahrgasse steht.

Nachteil bei dieser Vorgehensweise, insbesondere bei stickstoffhaltigen Düngemitteln, ist die Lagergefahr durch das Ein- und Ausschalten des Düngerstreuers mitten im Stück. Um Lagerstellen aufgrund von doppelter Applikation zu vermeiden, überprüfe ich die Einstellungen lieber auf einem anderen Weg:

    2. Für diese Variante reichen zwei bis vier Prüfschalen aus. Am besten wählst Du eine Fläche mit einigen kurzen Fahrgassen aus (ca. 4-10 ha Schläge). Sobald Du einmal außen herum gefahren bist, stellst Du mindestens eine Prüfschale in die Nähe der Fahrgasse und mindestens eine relativ mittig zwischen den zwei Fahrspuren auf, die Du als nächstes befahren wirst. Die Prüfschalen sollten weit genug vom Vorgewende entfernt stehen, so dass Du eine konstante Geschwindigkeit fährst und keine Verfälschungen durch das Ein- und Ausschalten des Düngerstreuers entstehen. Dann setze Du Deine Arbeit fort und fährst einmal hin und in der nächsten Fahrgasse wieder zurück und kontrollierst anschließen die Schalen, ob die Düngermenge bei den beiden Aufstellorten voneinander abweicht.

Nachteilig ist hier die größere nicht optimal gestreute Fläche, jedoch werden auf der Fläche noch weitere Stickstoffapplikationen folgen, die den Verteilungseffekt weitgehend relativieren.

Einstellparameter am Düngerstreuer gezielt optimieren

Überprüfen ist Fleißsache. Für das Einstellen muss man die Einstellsystematik des Düngerstreuers kennen. Für den Rauch Axis 30.1 / 50.1 EMC solltest Du Dir folgende Systematik merken oder notieren:

  • Verändere möglichst nur den Aufgabepunkt. Nur wenn Du damit das Ziel nicht erreichen kannst, ändere die Drehzahl der Wurfscheiben.
  • Je größer der Aufgabepunkt gewählt ist, desto mehr liegt im Überlappungsbereich.
  • Je kleiner der Aufgabepunkt gewählt ist, desto mehr liegt im Bereich der Fahrgasse.
  • Mit der Scheibendrehzahl stellst Du lediglich die Gesamtwurfweite ein. Bei 27 m Arbeitsbreite strebt man 40 m Gesamtwurfweite an, um eine möglichst passende Überlappung zu gewährleisten.

Bei der derzeitigen Version des Rauch Axis 30.1 / 50.1 EMC kann man den Aufgabepunkt in 0,5 er Schritten verändern. Passt das Streubild nicht, verstelle ich den Aufgabepunkt um eine ganze Ziffer um ggf. nach erneuter Prüfung um 0,5 wieder zurück zu justieren.


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